Puerto Madryn, Patagonia

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20.12.2014
Argen­tinien, Patag­o­nien, Puer­to Madryn 
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Vor­ab noch ein kurz­er Nach­trag zu Buenos Aires. Vor der Reise hat­te ich gele­sen, dass der Verkehr hier furcht­bar ist. Als ich dann dort war, alles ruhig. Alles angenehm. Dann kam der Mon­tag. Werk­tag. Und es war wie eine andere Welt. Da war es tat­säch­lich kein Vergnü­gen mehr, die Straßen zu über­queren. Die Fahrt im Taxi nach Retiro, zur Bussta­tion, ist schon fast etwas für Adren­a­lin-Junkies. Aber heile angekom­men, rein in den Bus. Nach 21 Stun­den im Bus, gut 1400km, und einem kurzen Fuß­marsch, bin ich am Hos­tel in Puer­to Madryn eingetrof­fen. Obwohl der Bus etwas enger war, als ich es aus Mexiko gewohnt bin, war es trotz der lan­gen Fahrt recht angenehm. Dementsprechend bin ich sog­ar recht gut aus­geruht mor­gens angekommen. 
Von Buenos Aires nach Puer­to Madryn
Nach dem Check-In im Hos­tel La Tosca, ging es direkt mal zum Strand. Angenehme 24°C, nicht ganz so heiß, wie in BA (So heiß es auch tagsüber ist, wenn der Son­nenun­ter­gang anfängt wirds ganz schnell unan­genehm frisch). Küh­le Brise, warmes Wass­er, Allerd­ings sehr viele Algen. Daher erst­mal nur die Füße ins Wass­er getaucht. Dann mal etwas die Gegend erkun­det, und wo es den Indus­triero­man­tik­er in BA gefreut hat, hat es den sel­bi­gen hier qua­si aus den Schuhe geschossen. Die Bojen in BA waren im Prinzip nur zwei Bon­bons, hier gabs gle­ich ein paar Tüten! Alte, ros­tige Schiff­swracks am Strand. Ein gefun­denes Fressen für mich und meine Kam­era. Und dankbare Foto­mo­tive. Apro­pos Tech­nik: Hier fahren wieder Autos rum, von Fast-schon-tot bis Top-Oldtimer.

Zurück im Hos­tel, die erste Tour für den näch­sten Tag gebucht. Penin­su­la Valdés und Wale beobacht­en auf einem Boot. 
Nach dem der Trupp der Tourteil­nehmer einge­sam­melt war, ging es Rich­tung Penin­su­la Valdés. Nach Ankun­ft wur­den wir direkt für die Wal­beobach­tung in ein kleineres Boot ver­frachtet, als ich erwartet hat­te. Nicht dass das Boot im Wass­er lag, oh nein. Es war am Strand und wurde dann ca. 50m bis zum Wass­er und dann weit­ere 20m mit einem Trak­tor ins Wass­er geschoben. Inklu­sive uns an Bord. Weit­er ging es Rich­tung Wal­gründe. Man kön­nte direkt vorne auf den Bug. Titan­ic-Feel­ing, nur bess­er. Bewe­gen­der. Weil das kleine Boot auf den nicht wirk­lich großen Wellen doch ganz gut auf und ab schaukelte. Bei Ankun­ft, Motor aus und warten. Und es dauert nicht lange, da haben wir auch schon den ersten gese­hen. Helle Aufre­gung. Und mit der Zeit, sahen wir mehr und mehr. Nahezu zum Ende hin, es ist nur ges­tat­tet, 1h40m bei den Walen zu bleiben, gab es dann eine Gruppe von 4 Walen, 2 Madres und 2 Chicos. Und wie eine Art Abschieds­gruß, gab es dann von den Walen zum Schluss noch DIE Flosse. Die Schwanzflosse senkrecht, sauber präsen­tiert. Es war wirk­lich atem­ber­aubend. In dieser kurzen Zeit habe ich gut 400 Fotos gemacht und das Akku mein­er Kam­era meldete baldiges Ende. Sie hielt aber zum Glück durch. Bis zum Ende des Tages hab ich dann fast die 16GB-Karte voll bekom­men. 625 Fotos. 
Danach ging es weit­er zu den Seelöwen und Seeele­fan­ten. Wir sahen Revierkämpfe, bzw. Kämpfe um die Weibchen. Und diese Tiere sind wirk­lich laut, wenn sie röhren. Aber das war noch nicht alles, auch Pin­guine haben wir besucht, aber das war nicht die große Kolonie, dahin geht es am näch­sten Tag, Tick­et liegt bere­it. Nochmal zu ein­er anderen Stelle mit Seelöwen und Seeele­fan­ten und der Hoff­nung, Orcas sehen zu kön­nen, welche sich lei­der nicht erfüllte. Aber kein Grund für Trüb­sal. Zu den Meer­estieren kamen dann noch Gua­nakos, Geier, Emu ähn­liche Vögel und diverse andere Tiere. Der Tag war mehr als excel­lent und weit bess­er, als ich es mir hätte vorher aus­malen können. 
Der Aus­flug zu den Pin­guinen war in einem kleineren Trupp, 4 Leute, nach Pun­ta Tombo. Der größten Pin­guin-Kolonie von Mag­el­lan-Pin­guinen weltweit. Nach ein­er etwa 2,5 stündi­gen Fahrt, bei sehr windi­gem Wet­ter und etwas Regen sind wir dann angekom­men und waren total begeis­tert. Die Pin­guine sind nicht dicht bei dicht, son­dern sehr weit verteilt. Der Pfad geht mit­tels Abgren­zung für Men­schen durch die Kolonie, die Pin­guine kön­nen aber dur­chaus den Weg des Men­schen kreuzen. Es gibt kleine Brück­en auf den Haupt­marschrouten der Pin­guine unter denen sie ent­lang laufen. Trotz der Abgren­zung kommt man aber sehr dicht an sie ran. Teil­weise weniger als einen hal­ben Meter. Sie lassen sich auch nicht davon stören und die Besuch­er sind auch alle anständig und rücksichtsvoll. 
Zu den Pin­guinen gab es dann auch noch Petrels, Alba­trosse und Gua­nakos zu sehen. Und noch einiges mehr. Dann weit­er zum Del­phin-Watch­ing. Auf­grund des Windes, war es nicht sich­er, ob über­haupt aufs Meer gefahren wird. Aber kurz bevor wir anka­men, kam das Go. Wir also auf das Boot und raus aufs Meer. Durch den Wind war ganz gut Wellen­gang und es hat schon richtig Laune gemacht, wie das Boot über die Wellen gesprun­gen ist. 
Wir haben auch ein paar kleine Del­phine gese­hen, lei­der waren sie zu schnell für mich, dass ich keine Foto machen kön­nte. Dafür kam aber noch ein klein­er Seelöwe zu uns ans Boot, der war vielle­icht 1,5m von mir ent­fer­nt. Sehr neugierig der Kleine. Und noch ein paar schwim­mende Pin­guine. Dann ging es zurück. Die Fahrten waren sehr lustig. Mit dem Trupp hat der Tag richtig gut Spaß gemacht, daher haben wir uns dann abends noch zum Essen verabredet. 
Als wir aber ans Restau­rant kamen, war es noch geschlossen, also sind wir für die 15 Minuten noch ein­mal an den Strand. Waren ja nur 100m. Und dann sehen wir, zwar ziem­lich weit draußen, noch einen Wal. Ver­mut­lich sog­ar einen Orca, weil es so aus­sah, als ob er eine Rück­en­flosse hat­te. Wir waren total aus dem Häuschen. Das Aben­dessen war natür­lich auch wieder sehr lustig, wir hat­ten auch einen echt witzige Kellner.

Als näch­stes geht es jet­zt nach Comodoro Riva­davia. Zum Nation­al­park Coba de Bahia. Aber bevor ich am Abend in den Bus steigen werde, mache ich tagsüber erst ein­mal etwas ruhig. Etwas run­terkom­men von den let­zten bei­den aufre­gen­den Tagen. 

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