Medellin, Antioquia

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20.01.2020
Antio­quia, Kolumbi­en, Medellin 
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Die Haupt­stadt von Antio­quia. Medellin, bekan­nt vorallem wegen Pablo Esco­bar. Man spürt sofort den Unter­schied zu den anderen Städten in Kolumbi­en. Die Lage ist ein Traum. Man nen­nt Medellin auch die Stadt des ewigen Frühlings.

Umgeben von Bergen ist der Anblick jeden Tag wieder schön. Es ist so, wie ein lokaler Auto­mechaniker zu mir sagte, man sitzt mit einem Tin­to in der Mit­tagspause und hat diesen Anblick. Schön­er geht es nicht.

Doch, geht es. Und zwar, wenn man abends in ein­er Rooftop-Bar sitzt, und nur die Lichter der Stadt sieht. In den Bergen, ohne die Berge selb­st zu sehen.

Die Stadt hat sich in den let­zten 25–30 Jahren stark verän­dert. 1994 noch die tödlich­ste Stadt der Welt, ist es jet­zt die reich­ste in Kolumbi­en. Das Unternehmen, das Wass­er, Strom und Gas pro­duziert gehört der Stadt. Strom wird sog­ar ins Aus­land verkauft. Das spült Geld in die Kassen. Die Wasserqual­ität ist eben­so die Beste des Landes. 
Mit diesen Vor­raus­set­zun­gen wurde die Metro gebaut. Die Cable (Seil­bahn). Viele Pro­gramme an Uni­ver­sitäten und viel, um die Bevölkerung bess­er auszu­bilden. Man sieht den Unter­schied auch, am Zus­tand der Straßen, an den Fahrzeu­gen. Neuere, teuerere. Und die Leute acht­en auch mehr auf Ord­nung als anderswo.

Auch im Straßen­verkehr merkt man, dass mehr Ord­nung uns Struk­tur vorhan­den ist. Man benutzt sog­ar die Blinker.
Den­noch ist die Grund­fahrweise des Kolumbian­ers erkennbar.

Von der Architek­tur her, bietet Medellin nichts außergewöhn­lich­es. Aber die Stadt hat Flair. Natür­lich sind die Comu­nas am Rande der Stadt schon speziell. Wie zum Beispiel 

Comu­na 13
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Bekan­nt sind die Comu­nas natür­lich haupt­säch­lich durch die Ver­gan­gen­heit, die Armut und die Krim­i­nal­ität. Die Comu­na 13 ist prinzip­iell nicht anders. Aber eben doch. Auf Grund ihrer Geschichte. Um die Gueril­las aus den Comu­nas zu vertreiben, hat der Staat die Armee dor­thin geschickt. Das waren natür­lich bluti­gen Einsätze.

Dabei sind unter anderem zwei Jungs ums Leben gekom­men. Dies wurde von ein­er Frau beobachtet, und da sie die Gewalt über hat­te, nahm sie ein weißes Taschen­tuch und wink­te damit. Und ihr fol­gten andere Bewohn­er der Comu­na und so enstand ein friedlich­er Protest. Die Armee zog ab. Heute sind dort viel Grafit­tis, die an diese Geschichte erinnern.

Daraus schlägt die Comu­na natür­lich Prof­it im tur­is­tis­chen Sinne. Man kann nicht über­all hin (oder sollte es nicht) aber auf diesen Wegen ist das kein Prob­lem. Grafit­tis, Musik, Tänz­er etc. Alles sehr belebt und man bekommt par­al­lel den Blick auf die andere, ärmere Seite. 
Auch gibt es dort eine Roll­treppe für die Bevölkerung. Dieser tur­is­tis­che Weg wird sog­ar weit­er ausgebaut.

Aber auch außer­halb von Medellin gibt es einiges zu sehen, etwa den 

Fels von Guatapé
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Der Fels wirkt fremd in den Bergen. Er sieht ein biss­chen aus, wie eine große Kaf­febohne, die jemand dor­thin gewor­fen hat. Was irgend­wie ein wenig witzig ist, weil Kolumbi­en ja ein Kaf­fee­land ist.

Natür­lich ist der Fels sehr touris­tisch mit Aus­sicht­splat­tform. Er ist ca 200m hoch und man darf über 675 Stufen steigen, um oben abzukom­men. Und auch wieder runter. Das ist auf 2000m Höhe schon ein wenig anstren­gend. Aber der Blick von oben ist fan­tastisch und die Mühe wert. 
Den Namen hat der Fels von ein­er kleinen Stadt in der Nähe. Guat­apé. Man sagt, es sei die bunteste Stadt in Kolumbi­en. Sie ist klein, aber auch wirk­lich schön mit den Farben.

Ausser­dem gibt es einen See. Ein Stausee. Dieser wirkt aber wie ein natür­lich­er See. Man kann mit Boot fahren und es gibt auch Stellen zum baden.

Und genau auf diesen See schaut man auch vom Fels. Und in die Berge. 

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